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VfL Germania Leer

"Lokomotive Leer" meldet sich zurück!

Der VfL Germania Leer ist zurück in der Landesliga Weser-Ems. Drei Jahre nach dem finanziellen Kollaps des Vereins und dem damit verbundenen Rückzug aus der Oberliga in die Bezirksliga, heißen die Gegner in Leer ab der neuen Saison wieder Kickers Emden sowie Eintracht Nordhorn und nicht mehr SV Leybucht oder Concordia Suurhusen.
Die Meisterschaft in der Bezirksliga Weser-Ems (Staffel 1) sicherten sich die Leeraner nach einem verrückten Saisonverlauf. Nur ein Mal war der VfL in der abgelaufenen Spielzeit Tabellenführer – nach dem letzten Spieltag. Trotz eines holprigen Starts gehörte Germania zwar immer zur Spitzengruppe, doch ganz oben zog Ex-Oberligist Concordia Ihrhove einsam seine Bahnen. Die Ihrhover führten seit dem 7. Spieltag die Tabelle an. Zu Beginn der Rückrunde hatte Leer zwölf Punkte Rückstand auf Concordia. Doch während der VfL von Spieltag zu Spieltag stärker wurde, begann in Westoverledingen das Zittern.

Zwei Runden vor Schluss hatte sich der Vorsprung des Spitzenreiters auf fünf Punkte verkürzt. Dann kam es am vorletzten Spieltag in Ihrhove zum direkten Duell zwischen Concordia und Germania. Die Leeraner unterstrichen ihre Ambitionen mit einem 3:0-Auswärtssieg. Am letzten Spieltag besiegte der Verfolger im heimischen Hoheellernstadion den RSV Emden mit 6:2 – zeitgleich verlor Ihrhove 1:4 beim TuS Esens. Was vor wenigen Wochen undenkbar erschien, war eingetreten. Concordia hatte trotz des großen Vorsprungs die Meisterschaft noch verspielt.
Und die Leeraner befanden sich angesichts des überraschenden Titelgewinns im Freudentaumel. Mit einer jungen Mannschaft, die zu großen Teilen aus Spielern des eigenen Nachwuchses besteht, gelang der Sprung in die Landesliga. Dort wird der VfL allerdings keine großen Sprünge machen können. Vorrangiges Ziel ist der Klassenerhalt. Denn Germania Leer drückt immer noch eine Schuldenlast von 1,2 Millionen Euro. Eine Insolvenz ist trotzdem kein Thema. Mit einem neuen Sanierungsplan sollen die Schulden abgebaut werden. Wochenlang hatte es im Verein Querelen um den richtigen Weg gegeben. Persönliche Fehden zwischen dem ehemaligen Vorsitzenden Torsten Dinkela und zurückgetretenen Vorstandsmitgliedern erschwerten die Situation zusätzlich. Nach Neuwahlen heißt der neue VfL-Vorsitzende Reiner Siemermann. Er wird nicht nur hinsichtlich der Entschuldung gefordert sein. Denn nach den Streitereien sind die Mitglieder gespalten.
Umso erstaunlicher ist die Meisterschaft der VfL-Fußballer. Die ließen sich von den Differenzen nicht beeinflussen. „Wir waren wie eine Lokomotive, die langsam ins Rollen kam – aber am Ende mit mächtig Dampf im Ziel ankam“, sagt Trainer Wlodek Pikula.      Mario Rauch  01.06.2012 / Heft Nummer 19

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