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Ausgabe 21Unsere November-Ausgabe 21 ist  erschienen!

"Glotze an, Stadion aus!" Wie ist der Stand bei der Initiative für vollere Stadien unterhalb der Profiligen?    » mehr

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Seinerzeit

Breslauer Fußballarchäologie

Unter Denkmalschutz stehen mittlerweile unzählige Bauwerke. Feine Jugendstillvillen, Gebäude aus der Gründerzeit, Häuser verschiedensten Alters, deren Architektur typisch für die Epoche ist, in welcher sie erbaut wurden. Auch schlichte Gebäude aus den Fünfzigern oder Fabrikgebäude, wie das Fagus-Werk in Alfeld, das im letzten Jahr sogar auf den Status des UNESCO-Weltkulturerbes gehievt wurde, werden „ausgezeichnet“ und können mitunter sogar Touristen anlocken.

Fußballstadien haben da einen deutlich schwereren Stand. Obwohl sie oft über Jahrzehnte Anlaufstelle für unzählige Zuschauer sind oder waren, historische Spiele in ihnen ausgetragen wurden und sie ebenfalls über architektonische Besonderheiten ihrer Erschaffenszeit verfügen, wird nur selten eine schützende Hand über die Stadien gelegt, um sie für nachkommende Generationen zu erhalten. Es ist noch gar nicht so lange her, dass im Fußball-Norden Deutschlands der VfB Oldenburg aus seiner ehemaligen Spielstätte „Donnerschwee“ ausziehen musste, und in unserer nordvier-Ausgabe Nummer 15 berichteten wir unlängst über die Einmottung des Stadions Marienthal, wo der SC Concordia Hamburg unter Flutlicht nahezu unzählige Fußballschlachten austrug.

In einer Zeit der großen Fußballtempel mit aufgeblähten internationalen Wettbewerben müssen die Anhänger historischer Stadionarchitektur zunehmend länger suchen, um historische und gleichzeitig noch im Spielbetrieb befindliche Fußballplätze mit dem Flair früherer Tage auf der Fußballlandkarte zu finden. Die Fans der Regionalliga-Nord-Aufsteiger Victoria Hamburg und des VfR Neumünster sollten es daher zu schätzen wissen, alle zwei Wochen in typische Stadien ihrer Zeit pilgern zu können – jedenfalls was den geschichtlichen Gesichtspunkt betrifft. Auch die Adolf-Jäger-Kampfbahn von Altona 93 und das Rudolf-Kalweit-Stadion der Blauen vom SV Arminia Hannover gehören zu den größeren, nördlichen Grounds, auf denen seit Jahrzehnten in beinahe unveränderter Umgebung dem Leder nachgestellt wird.

In anderen Ländern, wie z. B. Polen, verläuft die Entwicklung analog. Viele Plätze, auf den denen in früheren Tagen bedeutsame Spiele ausgetragen wurden, sind nicht mehr vorhanden oder in Vergessenheit geraten, während dieser Tage in Polen die EM das Fernseh- und Straßenbild beherrscht. Die Deutsche Sozial-Kulturelle Gesellschaft mit Sitz in Breslau hat nun in Zusammenarbeit mit der in Polen verlegten und in deutscher und polnischer Sprache verfassten Zeitung „Wochenblatt“ eine Ausstellung ins Leben gerufen, bei welcher es sich um die bedeutendsten Breslauer Vereine und damit die Geschichte des Fußballs in Breslau dreht. Neben vielen Informationen gibt es historische Bilder sowie aktuelle Aufnahmen von Stadien oder Stadionfragmenten zu sehen, die aus der Zeit stammen, als sie Kulisse z. B. bei Spielen um deutsche Meisterschaften waren, heute jedoch ein nahezu unbeachtetes Dasein zwischen Wohnblocks oder anderswo fristen.

Till Scholtz-Knobloch, Chefredakteur vom wochenblatts.pl, hat viel Zeit und Herzblut in die Ausstellung investiert, die im Anschluss an ihre Premiere in Schlesien auch in Braunschweig, Salzgitter und möglichst noch in Oldenburg ihre Pforten öffnen soll. Einen kleinen historischen Abriss über den Fußball in Breslau, garniert mit einigen Bildern, wollen wir in diesem Zusammenhang in nordvier vorstellen – für den Fall, dass der geneigte Leser in diesen Tagen keine Zeit hat, eine Reise nach Schlesien anzutreten. 

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