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SV Meppen

Flott machen beim SVM

Die abgelaufene Spielzeit in der Regionalliga Nord hat im Emsland niemanden von den Sitzen gerissen: Ausgerechnet in der Jubiläumssaison stand am Ende nur Platz zwölf für den früheren Zweitligisten zu Buche. Doch zum 100. Geburtstag des SVM haben die Verantwortlichen einen Coup gelandet – Double-Sieger Borussia Dortmund hat sich zur großen Feier am 11. Juli angekündigt. „Wir haben endlich die definitive Zusage erhalten. Einen besseren Gegner für uns anlässlich Vereinsjubiläums gibt es nicht“, freut sich Vorstandssprecher Andreas Kremer. Nach der Europameisterschaft wird der Deutsche Meister und Pokalsieger zwar noch ohne seine Nationalspieler anreisen, die in Polen und der Ukraine im Einsatz waren, doch einem tollen Fußballabend mit den Stars aus der Bundesliga sollte nichts im Wege stehen. Der Anpfiff der Partie in der MEP-Arena ist für 18:45 Uhr angesetzt, eventuell wird der Freundschaftskick sogar im Fernsehen übertragen. Mit dabei ist in jedem Fall Kult-Coach Jürgen Klopp, der einst in der 2. Bundesliga mit Mainz 05 gegen die damalige Regionalauswahl der Emsländer gespielt hat.

Und einer, der damals schon an der Seitenlinie stand, ist heute noch immer dabei: Rainer Persike. Im Frühjahr wechselte er vom Posten des Sportlichen Leiters wieder auf die Trainerbank, nachdem Johann Lünemann von seinen Aufgaben als Cheftrainer entbunden wurde. Persike betreute den SV Meppen erstmals von 1982 bis 1991 – 1987 führte er den SVM in die 2. Bundesliga. 30 Jahre nach Beginn seiner Mission kehrt der 64-Jährige auf den Posten des Sportlichen Leiters zurück. „Der Verein sagte mir, dass es keine Alternativen gibt, deswegen mache ich weiter“, erzählt Persike. Vorstandssprecher Andreas Kremer ist voll des Lobes für das Meppener Urgestein. „Für den Verein ist es von enormer Bedeutung, dass ein so erfahrener Mann wie Rainer Persike weiterhin beim SV Meppen tätig ist“. Nach 1991 und 1999 legt er nun zum dritten Mal das Traineramt nieder, wird aber weiterhin nah am Geschehen sein.

Mit Heiko Flottmann kommt ein neuer Trainer, der die Entscheidungen für die Zukunft in Rücksprache mit Persike treffen wird. Das dynamische Duo soll die mäßige Saison schnell vergessen machen und den SVM wieder in die Spitzengruppe der Regionalliga Nord führen. „Für Flottmann war es wichtig, einen so kompetenten Ansprechpartner zu haben“, sagt Kremer. Zurzeit ist der neue Coach noch als Leiter des Junioren-Leistungszentrums beim VfL Osnabrück tätig. Der 55-Jährige ist seit 1994 Inhaber der Fußballlehrerlizenz und hat beim VfL Osnabrück in seiner bisherigen Trainerlaufbahn alle Leistungsteams ab der U17 bis hin zur Zweitligamannschaft betreut. Außerdem betreute Flottmann den VfL Herzlake und die Sportfreunde Lotte. „Mit Heiko Flottmann erhalten wir einen absoluten Fußballfachmann. Er passt perfekt in unser Profil. Wir haben einen Trainer gesucht, der die sportlichen Ziele und die Ausrichtung des Vereins in Einklang bringen kann“, berichtet Kremer. „Es war mein großer Wunsch, wieder als Trainer tätig zu sein und aktiv mit einer Mannschaft auf dem Platz zu arbeiten“, sagte Flottmann bei seiner Vorstellung. „Als Trainer bekommst du wöchentlich eine Rückmeldung über die geleistete Arbeit. Dies reizt mich, daher freut es mich, dass dieses Engagement beim SV Meppen zustande kommt“, betont der neue Chefcoach.

Und aus Osnabrück bringt er gleich Verstärkung mit: Mit Innenverteidiger Robin Twyrdy hat der SV Meppen den ersten Neuzugang verpflichtet. Der Abwehrspieler vom VfL Osnabrück hat an der Lathener Straße einen Ein-Jahres-Vertrag unterzeichnet. Twyrdy ist in der ablaufenden Saison überwiegend in der Oberliga für die VfL-Reserve aufgelaufen und hat fünf Tore erzielt. Trotz seiner Jugend hat der 20-Jährige bereits 52 Oberliga-Spiele auf dem Buckel, zudem stand der 1,86 Meter-Hüne dreimal im Kader des Drittligateams. Nach dem Abgang von Christof Klippel ist Flottmann heilfroh, einen vielversprechenden Spieler für die Innenverteidigung in seinem Team zu wissen: „Robin ist geschickt im Zweikampf, schnell und gut geschult im Spiel gegen den Ball. Durch seine Zielstrebigkeit und sein gutes Durchsetzungsvermögen ist er als Abwehrspieler ziemlich torgefährlich.“

Damit es auch vorne wieder öfter klingelt – lediglich Michael Holt präsentierte sich mit elf Toren treffsicher –, hat der SV Meppen Sascha Wald für zwei Jahre unter Vertrag genommen. Der 21-Jährige kommt vom Oberligisten SV Holthausen-Biene. „Es wäre grob fahrlässig gewesen, wenn wir uns nicht um Sascha bemüht hätten, denn er passt zu unserer Philosophie, in den nächsten Jahren auf junge, hungrige Spieler zu setzen, die aus der Region kommen“, unterstrich Persike. Wald hat in dieser Spielzeit 14 Tore geschossen, sein hervorragendes Spielverständnis soll in Zukunft beim Meppener Traditionsklub zum Tragen kommen. „Für mich ist der SV Meppen die erste Adresse im Emsland, daher war dieser Wechsel ein logischer Schritt. Aber ich werde nie vergessen, was der SV Holthausen-Biene für mich getan hat“, sagte Wald. Besonders freut sich die Offensivkraft auf seinen alten Weggefährten Twyrdy, mit dem er schon in der Jugend beim VfL Osnabrück zusammenspielte. „Ich hoffe, dass mich die Mannschaft gut aufnehmen wird und ich schnell integriert werde“, sagte Wald.

Zudem hat der SV Meppen den auslaufenden Vertrag mit Jens Robben um weitere zwei Jahre verlängert. Der 29-jährige Mittelfeldakteur kam in der abgelaufenen Saison auch auf der rechten Abwehrseite zum Einsatz und stach mit sehr guten Leistungen hervor. „Wir sind froh, dass wir Jens weiterhin an den SVM binden konnten. Mit seiner Vielseitigkeit und Kreativität bleibt er eine Bereicherung für das Team“, sagte Persike. Während sein Namensvetter Arjen Robben eine mäßige Saison bei Bayern München hinter sich hat, will der Meppener am Aufbau einer jungen, vielversprechenden Mannschaft beteiligt sein. So geht es auch René Wessels – der Holländer wurde für die Auswahl zum Tor des Monats in der ARD-Sportschau nominiert. Vielleicht gelingt den Emsländern beim Jubiläumskick gegen Borussia Dortmund wieder ein Traumtor, zumindest will man sich gegen den deutschen Meister ein achtbares Ergebnis erarbeiten. Die Voraussetzungen für eine bessere Zukunft hat der Verein erfolgreich in die Wege geleitet.  Dennis Scharf  01.06.2012 / Heft Nummer 19

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