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TuS Heeslingen

Steuer im Haus, Pokal-Aus, Aufstieg verpasst ...

Sorgen um die Gesundheit des Trainers musste man sich offenbar nicht machen. Dabei traf die Nachricht alle Beteiligten in Heeslingen schon wie ein Schlag: Der Klub erhielt vom Norddeutschen Fußballverband keine Lizenz für die neugegliederte Regionalliga. „Ich schlafe immerhin noch sehr gut“, sagte Torsten Gütschow kurz nach Verkündung der Hiobsbotschaft. Dabei war die Situation zuletzt doch angespannt gewesen. „Ich bin aber zuversichtlich, dass wir die Lizenz noch bekommen“, sagte Gütschow.

Auch der Vorsitzende Bernhard Eckhoff versprühte lange Optimismus. Er hat zudem kein Verständnis für die Entscheidung des Verbandes. „Ich kann mit der Situation gut umgehen, denn wir haben uns nichts vorzuwerfen. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, so Eckhoff. Er legte offiziell Einspruch gegen die Entscheidung des Verbandes ein, TuS Heeslingen die Lizenz für die Regionalliga zu verweigern. Die Begründung von Seiten des Verbandes: Es fehle eine Bürgschaft für eine mögliche Steuerrückzahlung des Vereins. „Dabei geht es um eine Sache, die noch gar nicht entschieden ist“, sagt Eckhoff. Denn ob es eine Steuerrückzahlung wirklich geben wird, ist derzeit noch ungewiss. Und somit natürlich auch die Summe, die der Staat verlangen könnte. „Sollte es tatsächlich zu einer Steuerrückzahlung kommen, würden wir es über die Hausbank, Sponsoren und die Mitglieder versuchen zu regeln“, so Eckhoff. Den Vorsitzenden überrascht allerdings, „dass wir mit exakt den selben Zahlen, die Lizenz für die Oberliga problemlos erhalten haben“.

Parallelen zu der verweigerten Lizenz im Jahr 2008 sieht Eckhoff nicht. „Damals war es eine ganz andere Welt, es ging ausschließlich um Sicherheitsmaßnahmen.“ Inzwischen seien die Rahmenbedingungen auf der Anlage geschaffen worden. Einzig eine Flutlichtanlage wünscht sich Eckhoff noch. „Sonst ist alles zufriedenstellend.“
Wenig zufriedenstellend ist nun für Gütschow, dass es nach dem inzwischen abgewiesenen Widerspruch bei der verweigerten Lizenz bleibt und dass auch sportlich der Sprung auf den Relegationsplatz beim 1:4 in Holthausen/Biene verpasst wurde. Er ließ durchblicken, dass er seinen Verbleib bei der nun anstehenden zwangsläufigen weiteren Oberligasaison zwar infrage stellt, doch stehen die Zeichen wohl doch eher auf Bleiben.
Die Planungen für die neue Spielzeit gestalten sich derzeit ebenfalls schwierig. „Den Kader zusammenzustellen wäre für die Regionalliga leichter gewesen“, so Gütschow. „Wir hatten schon Namen auf dem Zettel.“ Schließlich sollte die Mannschaft im Falle des nun verpassten Aufstiegs so weit verstärkt werden, dass der Klassenerhalt in der höheren Klasse hätte gelingen können. Allerdings laufen die Gespräche laut Gütschow „schleppend“.
Inzwischen kursieren auch bereits Namen abwanderungswilliger Spieler. So sollen Nils Laabs (mit elf Treffern der beste Torschütze), Björn Dreyer und Alexander Hessel beim FC Oberneuland (Meister der Bremen-Liga) im Gespräch sein. Allerdings kann Gütschow über diese Gerüchte nur müde lächeln. „Das kenne ich schon, dieses Gerede gibt es jedes Jahr.“ Er betont, dass Dreyer zumindest noch einen bestehenden Vertrag habe und somit den Verein nicht ohne Einwilligung verlassen könne. Und Eckhoff ist überzeugt: „Auch wenn uns Spieler verlassen, wir bekommen auch in der Oberliga wieder eine schlagkräftige Truppe zusammen.“
Torwart Björn Müller ist einer der Leistungsträger und hat bereits für die kommende Spielzeit zugesagt. „Ich bleibe. Ich bin 34, da ist mir egal, ob ich Oberliga oder Regionalliga spiele“, so die Nummer eins. Doch Müller kann durchaus jüngere Spieler verstehen, die sich mit Abwanderungsgedanken befassen und große Enttäuschung verspüren. „Man kämpft das ganze Jahr darum, aufzusteigen“, so der Torwart. Er lobt die „besonders gute Kameradschaft“, die das lange offene Rennen um den Relegationsplatz überhaupt erst ermöglichte.
Dabei war besonders nach der verpassten Teilnahme am DFB-Pokal die Stimmung gedrückt. „Das wäre sensationell gewesen“, denkt Gütschow ungern an das NFV-Pokalaus gegen den klassenhöheren TSV Havelse im April zurück – 5:6 hieß es nach Elfmeterschießen. „Das ärgert uns noch immer. Es wäre ein Highlight der neuen Saison gewesen, wäre gut für das Image gewesen“, sagte Eckhoff. Und das Geld für den Einzug in die Endrunde hätte unter Umständen die Debatte um die Regionalligalizenz unnötig gemacht. Allerdings vermag Eckhoff das nicht zu beurteilen.
Um die Zukunft macht sich Eckhoff derweil zumindest keine großen Gedanken. Schließlich habe der Verein insgesamt 27 Mannschaften gemeldet. „Wir bauen auf die Jugend“, sagt Eckhoff. Sein Verein gründete gemeinsam mit Ahlerstedt und Ottendorf einen Junioren-Förderverein. Spätestens mit dem heranwachsenden Nachwuchs soll der Sprung in die Regionalliga gelingen.  01.06.2012 / Heft Nummer 19

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