Kontakt / Impressum   
Logo nordvier fussball

aktuelles Heft

Ausgabe 21Unsere November-Ausgabe 21 ist  erschienen!

"Glotze an, Stadion aus!" Wie ist der Stand bei der Initiative für vollere Stadien unterhalb der Profiligen?    » mehr

Tipps

VfB Oldenburg

Vorbild Schalke? Bitte nicht!

„Wir haben unser Ziel acht Spieltage vor Saisonschluss erreicht“, stapelte VfB-Trainer Josef „Joe“ Zinnbauer vor der Spitzenbegegnung gegen den TSV Havelse am 32. Spieltag tief und möchte einen möglichen zweiten Platz in der Endabrechnung als Erfolg gewertet wissen. Obendrein verweist er im selben Atemzug auf den Bundesliga-Vizemeister: „Zu Saisonbeginn hätte doch auch keiner vermutet, dass Felix Magath mit Schalke einen Spieltag vor Saisonende die Vizemeisterschaft holt.“
Nun ist die Spitzenbegegnung gegen Havelse gelaufen, der VfB hat durch ein Tor von Steve Sam vor über 2.000 Zuschauern mit 1:0 die Oberhand behalten und die Garbsener damit vorerst von der Tabellenspitze verdrängt – bei einem Spiel mehr allerdings zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses dieser Ausgabe als der Meisterkontrahent. Für Spannung in den letzten Begegnungen ist damit also mehr als gesorgt!

Die Stimmung in der Mannschaft war vor dem Spitzenkick gegen den TSV etwas geknickt. Hatte man doch unter der Woche beim SV Bad Rothenfelde die Chance verpasst, weitere Punkte auf die Stoffregen-Truppe gut zu machen und ihrerseits unter Zugzwang zu setzen.
In der jüngeren Vergangenheit scheiterten die Huntestädter bereits des Öfteren knapp an den unterschiedlichsten Hürden, und vor allem in dieser Saison könnte ein Vizemeistertitel doppelt ärgerlich werden. Einerseits hätte man die Meisterschaft nicht erfolgreich verteidigt, was sicherlich am ehesten zu verschmerzen wäre, aber andererseits hätte der VfB womöglich die große Chance verpasst direkt aufzusteigen. Sollte der TSV Heeslingen nämlich Meister in der Oststaffel werden, würde der West-Meister direkt aufsteigen. Nichtsdestotrotz herrscht laut Zinnbauer eine zufriedene und nicht allzu angespannte Grundstimmung im Verein. „Der VfB befindet sich weiter auf Konsolidierungskurs, und das wird von der Öffentlichkeit auch goutiert“, zeigt sich der gerade Vierzigjährige zurückhaltend.
Ein wenig Understatement steckt selbstredend auch hinter der Aussage, denn der VfB Oldenburg ist bekanntlich ein gebranntes Kind, wenn es in der Saison auf die Schlussgerade einbiegt. Mit den Sponsoren wurde deshalb losgelöst von der Meisterfrage verhandelt und das Ziel, die direkte Qualifikation für eingleisige Oberliga anzustreben, ausgegeben.
Bei der Anhängerschaft sprechen hingegen nackte Zahlen gegen ein erneutes „Aufstiegsscheitern“. Vor dem so wichtigen Spiel gegen Havelse besuchten 1.600 und ein Zuschauer im Schnitt die VfB-Heimspiele im Marschwegstadion. In der letzten Saison wollten durchschnittlich noch über 2.400 Huntestädter ihren VfB sehen. Wobei nicht unerwähnt bleiben darf, dass das Derby gegen den grün-weißen und bereits abgestiegenen Stadtrivalen VfL Oldenburg erst am letzten Spieltag stattfindet. Da könnte eine unglaubliche Partie ins Haus stehen, der wohl so manch VfL-Anhänger am besten fern bleiben sollte.

Bei der Kaderplanung handelte die VfB-Club-Führung weitsichtig. „Einige Spieler sind ohnehin mit Zweijahresverträgen ausgestattet. Und in vielen Einjahresverträgen stehen zudem einseitige Verlängerungsoptionen, von denen wir schon Gebrauch gemacht haben. Ich gehe davon aus, dass der Kader nächste Saison sowohl für die Oberliga als auch für die Regionalliga konkurrenzfähig sein wird“, stellt Zinnbauer fest, ohne ins Detail gehen zu wollen.
Auf den durchwachsenen Saisonbeginn hätte der Coach aber sicher gern verzichtet. Zwei Unentschieden und eine Niederlage in den ersten drei Begegnungen, darunter ein torloses Remis beim Aufsteiger VfL Bückeburg, sind für den Titelverteidiger einfach zu wenig und rufen Unzufriedenheit auf den Plan. Zwar leitete der 3:1-Erfolg beim Regionalliga-Absteiger BV Cloppenburg am vierten Spieltag die Wende ein und der VfB gewann die anschließenden neun Partien, doch wenn es nach dem letzten Spieltag nicht zu Platz 1 gereicht haben sollte, wird man sich den Saisonbeginn sicher noch einmal negativ ins Gedächtnis zurückholen. Auf den Titel eines Vizemeisters können die erfolgshungrigen Fans sicherlich verzichten. Die Lizenz zur Regionalliga ist da, nun fehlt nur noch die Meisterschaft.      Thorsten Schmidt  14.05.2010 / Heft Nummer 15

« zurück
  © 2017 nordvier.de | Alle Rechte vorbehalten.