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Wilschenbruch vor dem Abriss

Das traurige Ende einer weiteren Traditionssportstätte steht kurz bevor. Seit 1904 wird auf dem Sportgelände des Lüneburger SK im Stadtteil Wilschenbruch gekickt. Die 1921 erbaute Tribüne ist ein echtes Stück Fußballkultur und die (mutmaßlich) älteste noch erhaltene Holztribüne Deutschlands. Am 31. März geht eine LSK-Epoche zu Ende, der Klub muss sein Gelände, welches nach der Insolvenzanmeldung 2001 in die Insolvenzmasse fiel, räumen - für Bauland.

Der LSK erlebte auf der Anlage die Höhepunkte seiner Vereinsgeschichte: Die Saison 1951/52 in der Oberliga Nord, DFB-Pokalspiele gegen den Karlsruher SC (1993) und den VfB Stuttgart (2008). Rekord im Wilschenbruch: 8.000 Zuschauer kommen zum Duell gegen den Deutschen Meister von 2007 mit Lehmann, Hitzlsperger & Co. sowie den Aufstieg in die (damals drittklassige) Regionalliga Nord im Jahr 2000.

Ein Jahr Regionalliga mit (semi)professionellem Anspruch war für den Verein jedoch zuviel: 2001 musste der Klub im 100. Jahr seines Bestehens Insolvenz anmelden, das traditionsreiche Sportgelände fiel in die Insolvenzmasse. 2013 wurde das Ende des Insolvenzverfahrens eingeleitet: Die Sportanlage wird zu Bauland, aus dem Erlös werden die Gläubiger bedient. Wirtschaftlich ein sauberes Ende - für den Verein eine Herausforderung: Der 2008 gegründete LSK Hansa hat derzeit beste Chancen auf den Aufstieg in die Regionalliga. Wirtschaftliches Augenmaß und eine engagierte Nachwuchsarbeit sind vorhanden. Was (bald) fehlt: Eine neue Heimat. Am 31. März 2014 muss der LSK die Anlage räumen. Mitten in der Saison.

Doch die Entscheidung ist laut Pressemitteilung des Klubs gemeinsam in Gesprächen zwischen Stadt Lüneburg und dem LSK-Vorstand getroffen worden. Gemeinsam wird in einer eigens eingerichteten Planungsgruppe an der Zukunftslösung für den Lüneburger SK gearbeitet. Jetzt steht die logistische Herausforderung an, allen Mannschaften nach dem Umzug einen reibungslosen Trainings- und Spielbetrieb zu gewährleisten und die Übergangszeit gut zu überstehen. Dass in diesem Zusammenhang diverse Kosten anfallen, versteht sich von selbst. Aus diesem Grund hat der LSK die Seite www.lsk-umzugshelfer.de ins Leben gerufen. Die Seite erklärt, warum der Verein seine Sportanlage verlassen muss, wohin die Mannschaften umziehen und welche Kosten anfallen.

Der Lüneburger SK Hansa wünscht sich viele kleine und große Umzugshelfer, die mithelfen, die unterschiedlichen Lasten zu schultern. Alle Unterstützer können auf der Seite ihren persönlichen Umzugswagen beladen und so Teil der einzigartigen Geschichte eines Sportverein-Umzugs inmitten einer Saison werden. Jeder Spender erhält ein persönliches Umzugshelfer-Zertifikat zur Erinnerung und als Dankeschön. Näheres erfahren Sie natürlich, wenn Sie selbst auf die Seite www.lsk-umzugshelfer.de gehen.

Am Sonntag, 23. März um 15 Uhr heißt es zum letzten Mal in 110 Jahren Bühne frei, wenn der SV Drochtersen im Wilschenbruch aufkreuzt - am Tag danach rollen die ersten Bagger an, damit aus der historischen Sportanlage ein Wohngebiet entstehen kann. (17. März 2014)

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